Das ‚Gazometro‘: Roms Gasometer

Fast direkt vor unserem Büro, und auch sonst von weithin sichtbar ist das römische Gasometer, oder wie die Römer sagen: il Gazometro. Beeindruckend schon von weitem, stellt es mittlerweile ein Denkmal der Industrialisierung in Rom dar, da die Anlage schon seit mittlerweile einem Jahrhundert das Gesicht der Stadt mitprägen. Viele Menschen, die nach Rom kommen, fragen sich, was wohl dieser eigenartige Turm aus Stahl ist. Nun, hier kommt die Antwort.

Blick von ponte Testaccio auf das "gazometro"

Blick von ponte Testaccio auf das „gazometro“

Geschichte des Gazometro 

Die beiden kleinen Gasometer (auf dem zweiten Foto), so haben mir die Herren in der Bar erzählt, in der ich morgens Kaffee trinken gehe, sind schon vor 1900 gebaut worden. Der Größte der drei Türme, den man il gazometro nennt, wurde kurz vor dem zweiten Weltkrieg hinzugefügt. Eigentlich sind es also drei an der Zahl, jedoch nur einer der Türme ist von weitem so herausstechend, daher spricht der Volksmund immer von „il“, also „dem“ Gazometro und nicht von der Mehrzahl. Vorstellen kann ich mir nicht richtig, wie in den drei Türmen Gas gelagert werden konnte, als Vorrat für die Stadt. Heutzutage ist diese Technologie veraltet und wird nicht mehr genutzt. Man muss also keine Angst mehr haben, dass einem das Ding um die Ohren saust.

Seit 2013 erstrahlt das Gazometro jeden Sommer als bunt beleuchteter und sehr ‚industrieromantischer‘ Blickfang, den man sich nicht entgehen lassen sollte: einige Bars, die nur in den Sommermonaten dort aufgebaut werden, bieten buntes Abendprogramm bei Aperitivi, Konzerten und mehr. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte sich den Artikel „Industrieromantik am Gazometro“ ansehen.

Italien-Special. Jetzt extra-günstige Flüge nach Italien
Booking.com
die Gasometer in Rom Ostiense

die drei Gasometer in Rom Ostiense

 

Immer noch Sitz der Italgas in Rom

Die „Italgas„, man könnte es als die größte Gas-AG Italiens beschreiben, ist wie damals immer noch in der Via del Gazometro vertreten, und wir hatten kürzlich persönlich damit zu tun. Grund war eine Gasleitung, die vom Haupthahn zum Herd geht und leck war. Da mit Gasgeruch nicht zu spaßen ist, mussten wir es leider in Kauf nehmen, dass gleich ein Mitarbeiter nach Anruf kam und uns den Gaszähler und den Haupthahn versiegelt hat. Was dann für eine Prozedur losgeht, um den Hahn wieder aufgedreht zu bekommen, das ist typisch italienisch (aber in diesem Fall gerechtfertigt). Wir mussten, gelinde gesagt, die Küche normen. Auch wenn es damals schon Sommer war, angenehm war das Duschen bei gefühlt null Grad kaltem Wasser nicht wirklich..

 

Also, drei sehr alte Türme zum Gas Lagern. Nichts mehr und nichts weniger. Wer das Gazometro von Weitem sieht und von diesem Stahlmonster genau so beeindruckt ist wie die Römer, sollte einmal in Via del Gazometro an der Mauer entlang spazieren und sich die Gasometer aus der Nähe ansehen. Fantastisch!

 

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.