Le targhe dei „mondezzari“ – die Schilder der Müllhaufen

Eine Kuriosität, die in der römischen Innenstadt, meist versteckt in den verwinkelten Gässchen, zu finden ist, sind die Schilder der „mondezzari“, also quasi Müllhaufenverbotsschilder. Diese brachten reiche Leute im 17., 18. und 19. Jahrhundert vor der eigenen Haustüre an, um nicht von Müllablagerungen belästigt zu werden.

Auch damals hatte man schon Müllprobleme

Jeder, von der adligen Familie bis zum armen Tropf, lud damals seinen Müll irgendwo in der Stadt ab. Es kam so in manchen Ecken logischerweise zu angestammten Plätzen für die Müllabladung.

Auch wenn sie es selbst nicht anders machten, die feinen blaublütigen Nasen oder auch Geistlichen konnten es natürlich nicht dulden, wenn dies in empfindlicher Nähe zu ihren Palästen oder Kirchen geschah. Sie beeinflussten/schmierten daher die Straßenverwalter, die wiederum Schilder wie dieses hier zugunsten der jeweiligen Familie in Auftrag gaben.

Wo findet man die targhe dei mondezzari in Rom?

Im historischen Stadtzentrum findet man so einige davon, außerhalb davon natürlich nicht – Leute, die sich solche Schilder leisten konnten, wohnten schon damals im Zentrum. Die Schilder sind recht unscheinbar, aber wenn man erst eines entdeckt hat, wird man immer mehr davon finden.

Hier ein Foto des ersten Müllhaufenschilds das ich vor ein paar Jahren zufälligerweise bei einem Spaziergang entdeckt habe:

Müllhaufenschild in Rom

antikes Müllhaufenverbotsschild in Rom

Was steht auf den antiken römischen Müllhaufen-Verbotsschildern?

Heutzutage lassen die Schilder den Leser schmunzeln. Das Verbot auf dem obigen Schild galt für das Abladen von Stroh, Unkraut und toten Tieren. Es sind auch Geldstrafen und Verantwortlichkeiten (der Vater haftet für den Sohn, der Herr für den Diener,..) beschrieben.

Wurde jemand beim Abladen von Unrat unter den Verbotsschildern der feinen Gesellschaft erwischt, gab es Ärger. Leute mit Geld wurden zu Geldstrafen verdonnert und diejenigen ohne Geld eben zu körperlichen Bestrafungen. Waren es Leibeigene von reichen Menschen, gab es Prügel für die armen Leibeigenen und gleichzeitig Geldstrafe für den Herren.

Auftraggeber waren bei diesem Schild die Orsini, eine sehr einflussreiche alte römische Familie.

Wer hat den Müll damals abtransportiert?

Im Übrigen wurden ca. alle acht Tage die Insassen der Gefängnisse in Ketten aus ihren düsteren Löchern auf die Straßen zum Saubermachen und Müllabtransport getrieben. Dieser Intervall muss damals aber schon etwas dürftig gewesen sein, bedenkt man das sonnige und warme Klima der Stadt und das was da so abgeladen wurde. Ich rede hier von Tierkadavern, Stallmist, Inhalten von Nachttöpfen und Essensabfällen.

Böse Zungen behaupten, dass die Situation heute nicht besser geworden ist, angesichts der Tatsache dass Rom auch heute regelmäßig Probleme mit dem Abtransport seines Mülls hat. Geschichte wiederholt sich wohl tatsächlich 😉

Viel Spaß beim Entdecken und Übersetzen der targhe dei mondezzari!

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