Open Air in Rom wohin das Auge blickt

Ein klasse Abend am Samstag

Rom hat im Sommer dermaßen viele Live-Veranstaltungen zu bieten, dass man schon die Qual der Wahl hat.
Das war nicht immer so, da die Italiener, vor allem im traditionellen Ferienmonat August, die Stadt verlassen und am besten am Wasser die gewünschte Abkühlung suchen.
Nun ist aber die Krise der ausschlaggebende Faktor, weshalb es für viele eng in den Finanzen wird. Man bleibt zu Hause, ja verschanzt sich teilweise aus Scham in der Wohnung, damit die Nachbarn nicht merken, dass man kein Geld für Urlaub hat. Diejenigen, die sich nicht zu Hause eingraben, haben dieses Jahr auch in Rom volles Programm.

Angefangen bei dem noch bis September laufenden Fest am Gasometer, mit Livemusik und Disco und allem drum und dran, gibt es, mit Stadtteil in Klammern, zum Beispiel noch folgende feste Sommerveranstaltungen:

– la Festa dell’Unità (San Paolo)

– Pigneto Spazio Aperto (Pigneto)

– Roma Vintage (Via Appia Antica)

Am Samstag tanzten wir auf zwei „Hochzeiten“, weshalb auch nach und nach die neue Blogkategorie „Roma Underground“ mit Berichten von meinen Konzertbesuchen, sowie Vorstellungen von römischen/italienischen Underground-Bands entstehen wird. Wer sich also für Rockabilly, Gothic Rock, Folk, Industrial, Batcave, Punk und dergleichen interessiert, der sei herzlich eingeladen, öfters reinzuschauen.

Nun waren erst einmal zwei Feste angesagt: Pigneto Spazio Aperto, wegen dem Konzert unserer altbekannten „Spiritual Front“ – und eine außerplanmäßige Konzertreihe zu Benefizzwecken in einem Centro Sociale an der Viale Prenestina, dem „Ex Snia“. Positiv war erst einmal: man kommt überall rein und bezahlt das, was man sich leisten kann oder für angemessen hält.

Das Konzert der „nihilist suicide pop„-Band Spiritual Front (erstes Bild) war wie von Frontmann Simone gewohnt professionell, mit zwei neuen Bandkollegen. Die Location, gut besucht durch, ich würde sie „falsche Alternative“ oder „alternative chic“ nennen, ist nicht gerade das, was sich eine Band wie Spiritual Front wünscht, daher kam nicht so richtig Stimmung auf. In Deutschland sind sie in der Szene superbekannt und beliebt, in Pigneto Spazio Aperto kannte sie keine Sau. Im Hintergrund wie auf allen Konzerten läuft der Klassiker mamma Roma mit einer der größten italienischen Schauspielerinnen, Anna Magnani. Rundum, mit den Jungs kann man nie was falsch machen.

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Spiritual Front in Pigneto Spazio Aperto

Nach dem Konzert verflüssigten wir uns schnell, um noch auf der zweiten Party aufzuschlagen. Im Ex Snia war ich bisher noch nicht und wurde sehr positiv von der Location (ehemalige Industriehalle) überrascht. Preise wie gewohnt von einem Centro Sociale, Flasche Bier 1,50 Euro. Es gab auch außer Wasser gar nichts anderes. Die Toiletten sind zu vermeiden. Die Konzerte: super!

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Im Rahmen einer Spendenaktion für Not leidende Familien standen auf der Bühne: Blood ’77 aus Formia, die ich zum ersten Mal sah und die Bekannte meines Freundes sind. Der Tonmann hatte anfangs noch arge Probleme den Sound zu regeln, aber die Band überzeugte dennoch mit einem runden Punk. Simone, der Sänger der Gruppe, ist im Übrigen auch ein bekannter Comiczeichner. Demnächst werde ich mich an Beiträge über die einzelnen Bands setzen, da wird das Ganze mit Links zur Veranschaulichung und viel mehr Infos ausgeschmückt. Es ist an der Zeit, dass gute italienische Bands honoriert werden. Zu Blood ’77 gibt es kein Foto, ich war damit beschäftigt zuzuhören und an meinem Bierchen zu nuckeln..

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Danach folgte eine meiner Lieblingsbands, was den Spaß auf Konzerten angeht: Bone Machine!! Die Jungs aus der Nähe von Rom machen eine Art Rockabilly aus der Hölle, so würde ich es beschreiben ;-).. der Sound ist absolut tanzbar, um nicht zusagen, man kann einfach nicht mehr aufhören zu tanzen und die Texte drehen sich um Zombies, Himmel und Hölle und Konsorten. Rundum, absolute Blasphemie, die einem den Spaß ins Gesicht tackert! Anfängliches Highlight war der kleine „bambino ballerino“, der tanzende Junge, der maskiert auf der Bühne rumhüpfen durfte bis er keine Lust mehr hatte. Er hat sich echt ins Zeug gelegt, dagegen stinken andere Kinder echt ab. Hut ab für den bambino ballerino! Auch die zwei cagne dell’inferno, die Höllenhundinnen, waren Teilnehmerinnen aus dem Publikum – auch eine sehr witzige Idee.

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Bone Machine, während den ersten zwei Liedern mit dem „bambino ballerino“

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.. und mit den „cagne dell’inferno“ – den Höllenhundinnen

Tja liebe Leute, das war mein Samstagabend, an dem mein Freund und ich die Idee hatten, das Blog in Richtung Musik zu erweitern. Es wäre doch schade, wenn man Bands, die es verdient haben, nicht weiterempfiehlt! Erster Artikel in der Rubrik wird meine römische Lieblingsband vorstellen: Bohémien!

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