Wie sicher ist Rom?

Wenn Du auf diesem Beitrag gelandet bist, hast Du wahrscheinlich vor, einen Urlaub in Rom zu verbringen und fragst dich nun, ob das eine gute Idee ist. Im Folgenden wirst Du ausführliche Antworten zu der Frage “Wie sicher ist Rom?” erhalten. Nach mehr als fünf Jahren in der Hauptstadt kann ich dir diese Frage sehr gut beantworten und gebe dir alle notwendigen Sicherheitstipps.

Eine Frage, viele Facetten

Die Frage nach der Sicherheit in Rom für Touristen und Einwohner hat viele Facetten. Ich habe beschlossen, sie dir im Hinblick auf Kriminalität, den Verkehr und eventuelle Erdbebengefahren und extreme Wetterereignisse zu beantworten.

Kriminalität

Eines ist sicher: die organisierte Kriminalität besteht weiterhin, und bei allen Bemühungen wird dies wohl nicht nur in Rom, sondern in der ganzen Welt ein Problem bleiben. Dich als Tourist betrifft das jedoch wenig. Hier kommen die zwei Dinge, die auch für Rom leider zu beachten sind: Taschendiebe und mögliche Gewalt.

Taschendiebe

Ja, die Taschendiebe in Rom sind ein echtes Problem. Wer die Stadt kennt, der weiß: diese müssen nicht unbedingt erwachsen sein, sondern sind oft Gruppen von Kindern unterschiedlichen Alters. Besonders beliebte “Techniken” der Langfinger, auf die Du aufpassen solltest, sind:

  • Sich in volle Busse oder Metrozüge drängen und während dem Ein-und Ausstieg, aber auch direkt im Zug unaufmerksame Leute zu beklauen
  • Leute auf der Straße ablenken. Das machen Taschendiebe besonders gerne in der Gruppe. Oft beobachte ich, wie hier meist Jugendliche die Touristen nach Feuer oder einer Information fragen. So abgelenkt sind die Leute leichtes Opfer.
  • Beim Vorbeifahren mit dem Roller den Leuten die Tasche rauben. Leider häufen sich die Berichte von Dieben auf zwei Rädern in Trastevere.

“Anti Taschendieb” Tipps für Rom

Selbst mit den besten Tipps ist niemand vor allen Situationen gefeit. Aber Du reduzierst das Risiko drastisch, um deinen Geldbeutel oder deine ganze Tasche erleichtert zu werden.

  • Vermeide es, leicht als Tourist erkennbar zu sein. Reise so wenig wie möglich mit Koffer in den Öffentlichen. Falls Du es musst, lasse dich von niemandem ablenken.
  • In Bus und Metro immer schön die Hand auf die Tasche halten.
  • In der Metro am besten immer in den ersten oder letzten Waggon einsteigen, die sind nicht so voll.
  • Mittlerweile gibt es “diebessichere” Taschen und Rucksäcke. Diese kosten ein wenig mehr, können aber nicht unbemerkt geöffnet und auch nicht aufgeschnitten werden. Eine Freundin von mir und deren Mann, die beide öfters Urlaub in Rom machen, haben sich einen Rucksack und eine Tasche der Firma Pacsafe* zugelegt, die sich auf sicheres Reisegepäck spezialisiert hat. Hier der Link zur Amazon-Seite der Firma: https://amzn.to/38eOh7T*.
  • Auch beim Essen gehen darauf achten, wo ihr euch hinsetzt und wie gut ihr eure Taschen im Blick habt.

Kopiere deinen Ausweis, bevor Du nach Rom fährst

Eine gute Vorbereitung ist immer die halbe Miete für den Fall, dass Du trotz Vorsichtsmaßnahmen dein Geld und – noch schlimmer – deine Dokumente verlierst. Es ist daher wichtig, dass Du zumindest von deinem Personalausweis ein paar Kopien machst, möglichst eine beglaubigte. Die beglaubigte Kopie lässt Du im Hotel. Ich würde auch eine Kopie in der Cloud speichern, oder vielleicht einfach mir selbst per Mail zusenden.

Auch in Italien ist es nicht erlaubt, mit kopiertem Ausweis herumzulaufen, daher musst Du das Original zwangsweise immer mit dir herumtragen.

Falls dir der Ausweis nun gestohlen wird, hast Du eine Kopie, mit der Du die nun nötige Prozedur leichter und vor allem schneller hinter dich bringst:

  • Zur Polizei gehen und Anzeige erstatten.
  • Mit der polizeilichen Verlustmeldung zur Botschaft gehen und einen Ersatzausweis ausstellen lassen. Dieser kann noch am selben Tag ausgestellt werden, sofern Du eine beglaubigte Kopie deines Ausweises vorlegen kannst.

Mehr Informationen darüber, was zu tun ist, wenn deine Dokumente weg sind, findest Du auf der Seite der Botschaft.

Gewalt

Bei aller Gleichberechtigung ist sicher: Wenn Du eine Frau bist, musst Du überall auf der Welt noch ein bißchen vorsichtiger sein. Vor allem wenn Du in Rom bei Abend und Nacht unterwegs bist.

Die nun folgenden Tipps klingen nach no-brain Ratschlägen, die aber leider, mit manchmal traurigen Konsequenzen, doch noch oft vernachlässigt werden. Wenn Du als Frau alleine in Rom aus dem Haus gehst, vermeide vor allem zu späterer Stunde:

  • wenig frequentierte Parks und nutze sie auch nicht als nächtliche Abkürzung
  • unsichere Gegenden, wie um Termini herum, und das Viertel Esquilino (Metro Vittorio Emanuele)
  • das Benutzen von Nachtbussen. Wenn Du spät nach Hause musst, nimm unbedingt ein Taxi!

Der römische Straßenverkehr

Sicherheit im Straßenverkehr in Rom

Ja, der römische Straßenverkehr ist ganz bestimmt gefährlicher als der in Deutschland, der Schweiz und in Österreich. Die Verkehrsstatistik von 2019 besagt, dass in Rom im Schnitt 10 Menschen im Monat in einem Verkehrsunfall ums Leben kamen. Meist Fußgänger, gefolgt von Fahrern auf zwei Rädern.

Als motorisierter Verkehrsteilnehmer hat man in Rom zusätzlich noch das Problem der mit tiefen Schlaglöchern übersäten Straßen. Während der Autofahrer eben oft die Reifen und Stoßdämpfer wechseln muss, riskiert der Motorinofahrer und Radfahrer hierbei die eigene Unversehrtheit. Daher rate ich vom Motorinoverleih und vom Fahrradfahren in der Innenstadt definitiv ab. Nicht, um den Spielverderber zu spielen, sondern sieh es als gut gemeinten Ratschlag.

Die Beachtung der Straßenverkehrsregeln, vor allem gegenüber Fahrradfahrern und Fußgängern, scheint für viele als optional angesehen zu werden. Meine Meinung: Mittlerweile sind die Fußgänger in Rom genau so schlimm wie die motorisierten Verkehrsteilnehmer, daher sind die vielen Verkehrstoten ab und an auch nicht ganz unschuldig am eigenen Schicksal.

Einen vermeidbaren Beitrag leisten auch die vielen mittlerweile verblassten Zebrastreifen. So verblasst, dass sie nur noch mit Mühe erkannt werden können.

Sicherheitsregeln für Fußgänger in Rom

  • Willst Du den Zebrastreifen überqueren und wartest unschuldig am Rand der Straße, wird niemand anhalten. Du musst also vorsichtig, aber bestimmt, andeuten, dass Du über die Straße gehen möchtest. Ich mache mittlerweile immer vorsichtig einen Schritt auf den ersten Streifen und mit der Hand eine Stopp-Geste. Das ist leider das Einzige was die römischen Autofahrer noch anhalten lässt.
  • Auch eine grüne Ampel heißt nicht, dass Du sofort über die Straße stürmen sollst. Sehr oft haben Fußgänger grün, aber abbiegende Autos ebenso (und die haben es hier oft eilig!), oder die Autofahrer/Rollerfahrer huschen noch schnell bei dunkelorange über die Ampel. Also: Bei Grün immer noch einmal vergewissern, dass kein Auto oder Motorino mehr kommt.

Falls Du mit dem Auto nach Rom kommst

Solltest Du doch unbedingt mit dem Auto nach Rom wollen, hier ein paar wenige Tipps:

  • Parken: Am besten in Garagen. Wenn Du doch auf der Straße parkst, Verstaue Wertgegenstände im Kofferraum oder nimm sie mit. Lasse auch Jacken und Decken nicht auf den Sitzen. Diebe denken nur allzu gerne, dass unter der Jacke vielleicht wertvolle Dinge versteckt sind. Übrigens werden hier auch gerne Autos geklaut, also suche dir eine Garage oder einen mit Kameras überwachten Parkplatz. Viele Hotels bieten diese Möglichkeit an.
  • Du solltest gegebenenfalls mit ein paar Beulen oder Kratzern in der Stoßstange rechnen, vor allem wenn Du auf der Straße parkst. Parkplätze sind Mangelware, hier parkt man Stoßstange an Stoßstange.
  • In zweiter Reihe parken gehört hier leider zum Volkssport. Die Konsequenzen für Verkehr, Parkenden und Eingeparkten kannst Du dir selbst ausmalen.
  • Ruhe bewahren.
Scherben einer eingeschlagenen Autoscheibe
Scherben einer eingeschlagenen Autoscheibe

Terrorgefahr

Keine Ecke der Welt ist vor Terroranschlägen sicher, wie man leider manchmal in den Nachrichten verfolgen muss. Verrückte gibt es überall.

Seit den Anschlägen in Paris im November 2015 ist Italien dauerhaft in Alarmbereitschaft. Das heißt, die Straßen zu den großen Plätzen wie Piazza del Popolo sind mit bewachten Barrikaden versehen, und in jeder Metrostation sowie an Bahnhöfen findet man Soldaten mit nicht gerade kleinen Waffen im Anschlag.

Mittlerweile haben sich die Römer an die Extra-Bewachung gewöhnt und wir hoffen, dass wir keinen Ernstfall erleben werden.

Italien befindet sich seit den Anschlägen auf das Bataclan in Paris auf Risikostufe 2 (erhöhte Alarmbereitschaft), wie erst im Januar 2020 noch einmal auch seitens der USA bestätigt wurde.

Erdbebengefahr

Italien ist leider nicht vor Erdbeben sicher. Die jüngsten Geschehnisse belaufen sich auf die Urlaubsinsel Ischia im Sommer 2019 und auf das schlimme Erdbeben in Amatrice, Norcia & Co. in 2016 und 2017.

Die Beben in 2016/2017 waren auch in Rom äußerst spürbar, und vor allem Menschen, die in höheren Stockwerken wohnen, haben sich ordentlich erschreckt. Zum Glück gab es hier nur leichte Schäden, jedoch waren abgebröckelter Putz und Risse in Wänden trotzdem keine Seltenheit.

Und ja, wenn wir weiter in die Geschichte zurückgehen und uns das Kolosseum von außen ansehen, erinnern wir uns an ein Erdbeben im Jahr 1349, bei dem die Südseite des Kolosseums einstürzte.

Beim Erdbeben 1349 eingestürzte Südwand des Kolosseum
Beim Erdbeben 1349 eingestürzte Südwand des Kolosseum

Rom ist also kein seismisches Zentrum, jedoch auch nicht vollständig vor Erdbeben gefeit, da die nächsten Risikozonen nicht weit entfernt liegen.

Wie Du weißt, gibt es bei aller Technologie noch keine Geräte, die solche Beben vorhersagen können.

Erdbeben sind also kein primärer Faktor, über den Du dir für deine Sicherheit in Rom Gedanken machen solltest, können aber passieren.

Wettergefahren

Bei Regen in Rom läufst Du aufgrund der Schlaglöcher in den Straßen als Fußgänger von vornherein schon einmal Gefahr, von vorbeifahrenden Autos von oben bis unten nassgespritzt – oder nennen wir es lieber “geduscht” – zu werden.

Scherz beiseite, bei starkem Wind in Rom fällt tatsächlich mal die ein oder andere Pinie um, da diese Bäume keine tiefen Wurzeln haben.

Abgebrochener Ast auf Gehweg in Rom
Kreative Gehwegsicherung: Anstatt den abgebrochenen Ast wegzuräumen, sichert man ihn mit Absperrband

Im Sommer hingegen – vor allem im August – ist die Stadt meist superheiß und sehr schwül. Für Menschen, die Herz-Kreislauf-Probleme haben, könnte die Hitze gefährlich werden.

Fazit: Rom bleibt Rom

Es ist gut und richtig, wenn Du deinen Urlaub mit Bedacht planen möchtest. Mit diesen Sicherheitstipps für Rom kannst Du das nun sicher besser tun.

Ich denke, ich spreche sicher für mich und alle, die die Stadt kennen und lieben, wenn ich sage: Ich möchte sie nicht missen. Gefahren gibt es überall auf der Welt, und man sollte stets das Schöne suchen anstatt sich zu Hause zu vergraben.

Beachtet man die hier aufgeführten Ratschläge, ist man auch in Rom sicher unterwegs. Meistens zumindest. Aber du weißt ja: die meisten Unglücke passieren in den eigenen vier Wänden.

In diesem Sinne: einen schönen Aufenthalt in bella Roma!

der höchste Aussichtspunkt über Rom ist der Gianicolo, hier bei Tag

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