Römische Küche – Spezialitäten aus der Hauptstadt

Wer nach Rom kommt, hat erst einmal die Sehenswürdigkeiten der Stadt und nicht die römische Küche im Kopf. Das ist niemandem zu verdenken, ist die italienische Hauptstadt doch ein riesiges Freilichtmuseum der Antike!

Aber was probieren? Bitteschön, der Guide der römischen Spezialitäten! Du willst doch nicht mit knurrendem Magen auf Tour gehen?

die römische Küche bietet nicht nur Carbonara
die römische Küche bietet nicht nur Carbonara

Was ist typisch für die römische Küche?

Traditionelle Gerichte sind eigentlich immer die, die schon vor Jahrhunderten wenig in der Zubereitung kosteten – so ist es auch in der römischen Küche.

In Rom charakterisiert sich die typische arme Küche zum Beispiel durch wenige Zutaten für die einzelnen Gerichte und die Verwertung von allen möglichen Innereien und Tierresten wie Ochsenschwänze. Letzteres klingt nicht für jeden appetitlich, die Römer schwören aber drauf.

Wenn auch du eher zartbesaitet bist, sei dir gesagt: es gibt durchaus auch Spezialitäten ohne gewöhnungsbedürftige Zutaten!

Bevor wir durchstarten, hier noch eine alte römische Redewendung, welche einen Teil des Charakters der hiesigen Küche widerspiegelt. Heute hat sich alles etwas relativiert, aber der Spruch ist immer noch bekannt:


Giovedì gnocchi, venerdì pesce, sabato trippa!

römische Redewendung

Das heißt: Donnerstag Gnocchi, Freitag Fisch, Samstag Kutteln.

Darin finden sich immer noch zwei traditionelle Gerichte wieder: die römischen Gnocchi (die so gar nichts mit den normalen Gnocchi zu tun haben) und die Trippa, d.h. die Kutteln.

So, und nun geht es auf unsere kulinarische Entdeckungsreise!

Römische Antipasti (Vorspeisen)

Als Antipasti bekommt man in Rom oft eine herrliche Vorspeisenplatte mit Brot, Pecorinokäse und Wurstpezialitäten.

Eine weitere typische Vorspeise sind die Artischocken! Du findest sie hier auch auf Gemüsemärkten, entweder noch unbearbeitet oder sogar schon fertig zurechtgeschnitten und bereit für die Weiterverarbeitung.

Achtung: Du solltest beim Artischocken Essen immer vorsichtig kauen, um sicher zu gehen, dass Du keine Dornen erwischst. Die sind klein und unscheinbar und haben Widerhaken – und setzen sich im Hals fest, was sehr unangenehm ist. Wenn die Artischocken richtig geputzt werden, finden sich keine Dornen mehr daran, aber ich weiß von Leuten, denen es passiert ist.

In Rom werden Artischocken traditionell auf zwei verschiedene Arten zubereitet:

Carciofi alla Giudia – Artischocken auf jüdische Art

frittierte Artischocke jüdische Art - Carciofo alla giudia
eine frittierte Artischocke auf jüdische Art

Diese solltest Du unbedingt bei Gigetto im jüdischen Viertel probieren! Dort sitzt jemand, der macht den ganzen Tag nichts anderes als Artischocken Putzen! 🙂

Die Carciofi alla Giudia sind frittierte Artischocken, wie dir das Bild bereits suggeriert. Eine unglaublich lecker-knusprige Sünde!

Carciofi alla Romana

Die Carciofi alla Romana sind mit dem Kopf nach unten weichgekochte Artischocken mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie. Ich kann sie dir nur empfehlen – sie sind auch noch super gesund!

Artischocke auf römische Art
Artischocke auf römische Art

Römische Pastagerichte

Die römische Küche hat so einige leckere und teilweise sehr berühmte typische Nudelgerichte zu bieten! Deren Herkunft hat sich lediglich nicht so weit herumgesprochen. Auf gehts, ich hoffe Du hast Appetit mitgebracht!

Cacio e Pepe

Ein Teller Spaghetti Cacio e Pepe
ein ordentlicher Teller Spaghetti Cacio e Pepe

Cacio e pepe macht man klassisch entweder mit Spaghetti oder Tonnarelli, welche mit „viereckige Spaghetti“ gut zu beschreiben sind.

Die Zutaten sind denkbar einfach, typisch für traditionelle Küche Roms: Pecorino Romano (auch „Cacio“ genannt), schwarzer frisch gemahlener Pfeffer, Spaghetti oder Tonnarelli, Kochwasser der Nudeln.

Aus dem Pecorino, dem Pfeffer und Kochwasser wird eine Creme in der Pfanne zusammengerührt, worin die Pasta zum Schluss noch die letzten zwei Minuten fertig kocht.

Cacio e Pepe ist DAS Gericht, das Du nur in Rom und Umgebung auf den Speisekarten findest. Du solltest nur nicht zu empfindlich auf Pfeffer sein – davon gibt es reichlich in diesem Gericht.

Bucatini all’Amatriciana

Bucatini all'Amatriciana
meine geliebten Bucatini all’Amatriciana

Hier treten wir direkt in einen lange währenden Disput: macht man die Amatriciana mit Spaghetti oder mit Bucatini? Nun, das kommt darauf an, ob Du sie in Amatrice oder in Rom bestellst!

In Rom wird die Amatriciana mit Bucatini gemacht – einer Art dickere Spaghetti mit Loch darin.

Die Soße ist eine Tomatensoße mit angebratenem und in Weißwein abgelöschtem Backenspeck (guanciale) und einem Hauch Pecorinokäse hineingemischt.

Tatsächlich ist dies mein Lieblingsgericht, das ich mir unglaublich oft auch im Restaurant bestelle, obwohl ich es zuhause leicht selbst machen kann… 🙂

Spaghetti Carbonara

Spaghetti alla Carbonara Originalrezept auf Teller angerichtet
superleckere Spaghetti Carbonara

Spliff hat ihr in den 80ern sogar ein Lied gewidmet und – so der Text – Coca Cola dazu getrunken! Die Rede ist natürlich von der berühmten Carbonara.

Das Lied habe ich hier verlinkt, viel Spaß beim in Erinnerungen Schwelgen!

Spliff mit dem Lied „Carbonara“ von 1982

Zum Kochen braucht es nichts weiter als Spaghetti, Eigelb, schwarzen Pfeffer, Speck und Pecorinokäse. Wer aus den Zutaten eine gute Creme hinbekommt und diese in die nicht mehr zu heißen Spaghetti einrührt, wird mit einem unglaublich cremigen Gericht belohnt!

Der Carbonara wird in Deutschland gerne noch Sahne hinzugefügt, was sie schlicht nur noch schwerer verdaulich macht. Sahne ist nicht nötig, wenn man die Spaghetti Carbonara RICHTIG macht 😉

Du kennst sie sicher, und solltest sie unbedingt direkt in Rom probieren!

Zweite römische Gänge

Und hier kommen sie auch schon: die zweiten Gänge der römischen Küche! Zweite Gänge sind nahezu immer Fleisch oder Fisch – mit leider wenig Auswahl wenn Du fleischlose Kost bevorzugst.

Hast Du noch Platz dafür oder schwächelst Du schon?

Saltimbocca alla romana

Saltimbocca sind ein typisch römischer zweiter Gang

Die Saltimbocca sind ein Meisterstück der typisch römischen Küche und heißen übersetzt „Hüpf in den Mund“! Was lustig klingt, schmeckt einfach herrlich!
Nur wenige Köche bekommen sie jedoch zart genug hin. Ein paar Sekunden zu lange in der Pfanne und schon sind sie zu trocken. Gut, dass sie in einer Soße aus Weißwein schwimmen 😉

Tipp: Wirklich gute Saltimbocca macht das Restaurant Joseph in Rom, welches auf Fleischspezialitäten spezialisiert ist.

Die Zubereitung ist einfach erklärt: zartes Kalbsfleisch mit einem Blatt Salbei und einer Scheibe Schinken darauf, mit einem Zahnstocher zusammengeheftet und in der Pfanne mit Butter gegart und mit Weißwein abgelöscht.

Trippa

Hier sind wir in der wahren einfachen Küche der Römer, die typischer kaum noch sein kann.

Trippa, Spezialität der römischen Küche
Trippa, Spezialität der römischen Küche

Hast Du etwas gegen zu fettiges Fleisch? Dann ist die Trippa wahrscheinlich nicht dein Fall. Hier handelt es sich um Kutteln, Bauchspeck, Wampe,… oder wie auch immer Du diesen Teil vom Schwein nennen magst, in Tomatensoße mit Minze gekocht und mit römischem Pecorinokäse veredelt.

Ich habe mich jahrelang nicht getraut sie zu probieren, muss aber mittlerweile zugeben, dass die Trippa wirklich ihre Berechtigung hat!

Das Geheimnis liegt darin, dass man sich nicht alleine einen ganzen Teller voll davon bestellt, sondern sich einen teilt. Ein paar Gabeln voll Trippa sind wirklich lecker – und die Soße, die auf dem Teller übrig bleibt ist köstlich mit der einen oder anderen Scheibe Brot!

Fare la scarpetta“ ist ein typischer Ausdruck, den man häufig vor allem in Rom und gen Süditalien hört. Damit ist gemeint, wenn man übrig gebliebene Soße, Olivenöl oder andere Flüssigkeiten mit einem Stück Brot zu Ende isst.

Natürlich war das nicht die gesamte typische römische Küche – das wäre ja schließlich ein ganzes Buch… aber die charakteristischsten Gerichte kennst Du nun schon einmal, und nach und nach wächst dieser Artikel noch weiter.

Es fehlen immerhin noch die typischen Beilagen der römischen Küche, allen voran die cicoria ripassata!

Aber nun genug davon, schau doch einfach wieder ein und viel Spaß beim (Aus-)Probieren!! Du hast dich bisher sowieso genug satt „gesehen“, oder?

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