Parco degli Acquedotti – nicht nur Aquädukte

Wer dem römischen Chaos einmal entfliehen möchte, dem bieten sich in direkter Nähe zu Rom vor allem die folgenden zwei Ziele an: entweder die altbekannte Via Appia, eine der berühmten antiken römischen Straßen, oder wenn man mehr Ruhe und weniger Touristen möchte der „parco degli Acquedotti“ (= der Park der Aquädukte, die italienische Version klingt aber um Längen besser).

Die Aquädukte in Rom sind teilweise sehr gut erhalten

Der Name ist Programm: auf einem riesigen Parkareal verteilt kann man zwischen den Resten von insgesamt sieben römische Aquädukten den eigenen Gedanken nachgehen und sich die Füße vertreten. Teils sind die Bauten überirdisch, teils unterirdisch konstruiert. Viele machen dort bei gutem Wetter Picknick, fahren Fahrrad, gehen joggen oder legen sich schlichtweg ins Gras.

Neben den Aquädukten gibt es auch noch einige andere historische Bauten, die einen Besuch wert sind, wie z.B. die Reste zweier Villen. Die größere ist die Villa dei Sette Bassi, deren letzte Mauern im Jahre 1951 zusammengestürzt sind. Nichtsdestotrotz sind es die Reste der zweitgrößten Villa, die sich im Stadtgebiet befindet (die größte ist Villa dei Quintili auf der Appia Nuova). Die Villa dei Sette Bassi befindet sich auf Höhe der Via Tuscolana 1700. Sie gehörte vermutlich dem römischen Kaiser Settimio Severo, der von 146 bis zum Jahr 211 lebte.

gut erhaltene Aquädukte in Parco degli Acquedotti in Rom

 

Der Parco degli Acquedotti als Filmkulisse

In vielen italienischen Filmen hat man die Faszination des riesigen Parks als Kulisse genutzt. Einer der berühmtesten Filmen darunter ist mit Sicherheit „Mamma Roma“ von Pier Paolo Pasolini aus dem Jahr 1962. Es handelt sich hier um den Teil des Parks, der sich beim Stadtteil „Quadraro“ befindet. Damals entstanden dort neue Wohnsiedlungen, in denen sich die Protagonistin des Films mit ihrem Sohn eine neue Wohnung sucht und den alten Stadtteil Casal Bertone verlässt. Meiner Meinung nach kann man in Mamma Roma (gibt es glaube ich auch in Deutschland zu kaufen) am besten die Weitläufigkeit und Faszination des Areals erfassen.

Weitere Filme, die die Kulisse des Parks nutzten, sind:

Totò, Peppino e la malafemmina“ mit Totò, einem der besten Komiker, die Italien je hervorgebracht hat. Er wirft Steine gegen ein Gebäude, das im Film die Fabrik von Mezzacapa ist, worin sich im wirklichen Leben aber keine Fabrik, sondern ein alter Bahnhof befindet, in der Nähe der Via Ponte di Nona.

La dolce vita“ von Federico Fellini (Anfangsszene mit Blick von oben über den parco degli Acquedotti). Den Film gibt es auch in Deutschland zu kaufen.

„Il Marchese del Grillo“ mit dem guten alten Alberto Sordi in der Hauptrolle. Er stellt seinen Wagen in einer Szene am Aquädukt Claudio in der Nähe vom Casale di Roma Vecchia ab.

 

Wie kommt man in den Park?

Diejenigen, die kein Auto dabeihaben oder mieten möchten, erreichen den Park leicht mit der Metro. Es gibt mehrere Metrostationen der Linie A an denen man aussteigen kann, um in den weitläufigen Park von sage und schreibe 240 Hektar zu gelangen: Cinecittà, Subaugusta, Giulio Agricola und Lucio Sestio. Übrigens muss sich niemand beeilen: der Park ist rund um die Uhr völlig frei zugänglich, genau wie die Via Appia Antica – es handelt sich mehr oder weniger um die gleiche Zone.

 

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